Kinderbuch
184 S. | 29 sw-llustrationen von Susanne Göhlich
2. Band der Reihe InsBesondere Kinder 2
kwasi verlag 2026
22 Fr. | 22 € || ab 9 Jahren
ISBN 978-3-906183-46-6
AutorIn und Illustratorin
Susanne Göhlich gehört zu den erfolgreichsten Künstlerinnen Deutschlands und hat unzählige Kinderbücher mit ihren fröhlichen Zeichnungen aufgewertet. Sie arbeitet für verschiedene Magazine und schreibt auch selbst Geschichten. Studiert hat sie Kunstgeschichte, das Zeichnen hat sie sich selbst beigebracht. Sie lebt mit ihrer Familie in Leipzig.
Noa Smultron lebt im schwedischen Åboholm, zwischen Wald und Seen. Sie ist selbst neurodivergent.
Rezensionen
Neurodiversität
Mit einem Nachwort zu ADHS von Mag. Michaela Hartl
Rabea sucht ihre Oma
Beschreibung
Rabea erlebt einen rabenschwarzen Tag. Dabei meint sie es nur gut: Als sie den Pausenplatz besprayt, will sie Leben retten! Auch wenn es nur das Leben von Adrian sein sollte. Aber die Schulleiterin sieht das völlig anders, und jetzt müssen Rabeas Eltern die Spezialreinigung bezahlen. Dabei haben sie doch so wenig Geld.
Zu Hause gibt es Streit mit Papa wegen ihrem Schlagzeug, und sie muss ihre drei kleinen Geschwister hüten – mithilfe von Oma, die aus Ägypten gekommen ist. Aber Oma verschwindet spurlos. Leander ist sich sicher, dass sie von der Mafia entführt worden ist. Leo glaubt, sie ist zurück nach Ägypten gereist, weil es ihr hier nicht gefällt. Rabea hat keine Ahnung und dirigiert ihren Suchtrupp durch die Stadt – ausgerechnet während das Achtelfinale der Fußball-WM läuft!
Leseprobe
Nach gefühlten zehn Minuten lockert Oma endlich die Umarmung, lässt mich aber noch längst nicht los. Sie hält mich eine kurze Armlänge von sich, mustert mich von Kopf bis Fuß und ruft etwas auf Arabisch. Ich werde rot, dabei verstehe ich noch nicht mal, was sie sagt. Wahrscheinlich so etwas wie: »Du bist aber gewachsen!« Oder: »Was für ein schönes Mädchen!«
Ich hingegen könnte ausrufen: »Wie klein du geworden bist!« Ich sehe kaum was von ihr. Nur die bunten, flatternden Kleider und ein schrumpeliges, altes Gesicht, das nur knapp aus dem Kopftuch schaut. Und schon redet und gestikuliert sie weiter. Mama nickt und lacht, obwohl sie auch kein Arabisch versteht, schon gar nicht dieses undeutliche Genuschel. Aber mir ist es recht, dass die beiden sich gegenseitig beschäftigen. Ab in mein Zimmer!
Puh, Tür zu. Dieses wohlige Gefühl von Alleinsein ist doch das Beste!
Upps, mein Rucksack knallt gegen die Wand, statt aufs Bett! Flugbahn falsch berechnet. Also Rucksack wieder grapschen und … Was ist das? Was liegt denn da? Faustgroß, rosa und weiß. Ist das mein Geschenk von Oma? Was soll das sein? Immerhin kein Plüschtier! Hä? Hart und feucht, und irgendwie grinst es mich an! Es erinnert mich an etwas … Es ist … Uäh! Weg damit! Ich hab ein Gebiss angefasst! Mit der ganzen Spucke dran! Echt mal! Und es grinst mich immer noch an! Das sieht so spooky aus. Sicher träume ich heute Nacht davon, wie mich ein zum Leben erwachtes Gebiss angreift … Ob es Oma gehört? Und warum liegt Omas Gebiss in meinem Zimmer? Das macht mich echt fertig. Da hilft nur eine Runde Schlagzeug. Nichts bringt mich so sicher zurück in die Spur. Ich zögere nur, weil ich dann das Gebiss im Rücken liegen habe. Es könnte sich anschleichen und mir in den Po beißen! Ach, ich spinne wirklich.
Ich reiße meinen Blick vom Gebiss los und … Mich trifft der Schlag! Ich starre auf mein Schlagzeug – oder eher auf die Ecke, wo es stehen sollte. Und es dauert einen Moment, bis die Murmel ins Loch fällt: Mein Schlagzeug steht da nicht mehr. Nicht in der Ecke. Und auch sonst nirgends!
Träume ich? Hatte das Gebiss Hunger? Im Ernst: Wo ist mein Schlagzeug?!
Ich bücke mich und sehe die Abdrücke im Teppich – ich täusche mich also nicht: Ich hatte ein Schlagzeug. Wäre auch schwierig zu erklären, worauf ich all die Jahre gespielt habe. Und jetzt? Ich schaue mich um wie eine Fremde – ist das überhaupt mein Zimmer? Hat jemand heimlich die Türen vertauscht oder das Portal in eine andere Welt geöffnet?
Reihe
Die Reihe »insBesondere Kinder« legt den Fokus auf Kinder mit unsichtbaren Beeinträchtigungen, die fast nur Eigenheiten, Schrullen, besondere Angewohnheiten zu sein scheinen. Dennoch ist es nichts, was die Kinder einfach so ablegen könnten. Thematisiert werden bisher LRS, Zwangsstörungen, Hochsensibilität, ADHS und Autismus. Damit leistet die Reihe einen wichtigen Beitrag zu den Themen Neurodiversität und Inklusion.

In der Reihe inBesondere Kinder für die Mittelstufe bisher erschienen:
In der Reihe insBesondere Kinder bisher erschienen für die Unterstufe:



